Mit meiner Heimat stand ich lange auf Kriegsfuß. Als ich Teenager war, wollte ich einfach nur ganz weit weg. Mich hat alles genervt: zu ländlich, zu wenige Möglichkeiten, zu beschränkt, zu langweilig, zu wenig Großstadt einfach. Ich war mir immer sicher, dass ich für die Großstadt gemacht bin und habe mich immer ein bisschen anders gefühlt. Und ich sollte recht behalten. Mit 20 zog ich von Zuhause weg und habe mich ins Großstadtleben gestürzt. Von der ersten Sekunde an, hat mir die Großstadt all das gegeben, was ich die ganzen Jahre über in meiner Heimat vermisst habe.

Heute sehe ich das etwas anders. Ich liebe beides. Und ich bin froh, dass ich beides haben kann. Wenn ich zu viel von der Großstadt habe, verziehe ich mich in die Heimat. Dort habe ich den Wald vor der Tür, das Auto immer griffbereit und einfach auch meine Ruhe. Alles, was ich als Teenager schrecklich fand, gibt mir heute sehr viel Kraft und Entspannung. Seitdem ich das nicht mehr täglich habe, lerne ich es immer wieder aufs Neue zu schätzen. Und nach 2 Wochen reicht es mir meistens auch wieder. Aber das ist okay, weil ich es nicht haben muss, sondern kann.

Dass ich in meiner Heimat auch tatsächlich Urlaub machen kann, habe ich letztes Jahr schon bemerkt. Nach meinem ersten Besuch im Lösch für Freunde in Hornbach, waren meine Mutter und ich so angetan, dass uns schnell klar war: Wir kommen wieder. Und Ende März war es dann so weit.

Gerade einmal 25 Minuten fahren wir bis zum Hotel und sobald man den ersten Schritt ins Wohnzimmer des ganz besonderen Hotels macht, ist man in einer anderen Welt. Auch wenn der Alltag nur wenige Kilometer entfernt ist, kann man unheimlich gut abschalten. Mittlerweile habe ich viele Hotels gesehen und getestet – alles tolle Hotels, keine Frage. Das Lösch ist einfach anders. Der Name ist Programm. Man kommt als Fremde und geht als Freunde. Im Lösch ist alles möglich. Jeden Tag wird an einer großen Tafel gefrühstückt und auch das Abendessen serviert, so dass die Gäste miteinander ins Gespräch kommen und eben nicht einfach nur ein höfliches und verpflichtendes “Hallo” gestammelt wird, bevor jeder seinen eigenen Dingen nachgeht.

Im Lösch ist alles möglich. Ein Abendessen mit zwei Brasilianern – der eine einer der besten Anwälte Brasiliens, der andere Fußballscout und mit Neymar befreundet? Nichts leichter als das. Ein Abend voll mit gutem Essen, Pfälzer Wein, sehr viel Spaß und neuen Portugiesisch-Kenntnissen? Auch das. Dabei ist alles so authentisch und ungezwungen. Den Kaffee am Morgen kann man trotzdem noch ruhig zu zweit genießen, aber eben auch mit dem Pärchen nebendran Kaffeeklatsch bis in die Mittagsstunden abhalten. Das perfekte Konzept.

Man kann stundenlang durch die Bücher in der Lobby blättern, sie mit auf die Terrasse nehmen oder im Wellnessbereich entspannen. Das Kloster und seine Geschichte lädt zum Mittagsspaziergang ein und wer etwas erleben möchte, kann mit dem Fahrrad nach Frankreich radeln oder zum Shoppen ins Designer Outlet nach Zweibrücken fahren. Man kann aber auch einfach nur genießen. Alles. Das Hotel, die Gastgeber (ganz viel Liebe an dich, Adi), die Atmosphäre. Wer zwischendurch Hunger bekommt, bedient sich ganz freundschaftlich am Kühlschrank und räumt sein Geschirr anschließend in die Spülmaschine. Eben kein Hotel, sondern ein Zuhause.

Mit meiner Heimat habe ich schon länger Frieden geschlossen. Wir lieben uns, müssen uns aber eben nicht 365 Tage im Jahr sehen. Jeder macht sein Ding und wenn wir uns wiedersehen, ist alles wie vorher. Die perfekte Beziehung, irgendwie. Trotzdem hat mir das Lösch die Augen noch mehr geöffnet: Urlaub muss nicht immer weit weg sein. Erholung und Entspannung gibt es (für mich) an der nächsten Ecke. Und auch wenn ihr nicht aus der Pfalz kommt – das Lösch ist so einmalig, dass man sich davon unbedingt selbst überzeugen muss. Egal wo man wohnt, einen Abstecher in die schöne Pfalz, kann man immer mal machen.

*in freundlicher Zusammenarbeit mit dem “Lösch für Freunde”, danke für den wunderbaren 2. Aufenthalt!!

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