Über Lebensentscheidungen, Studienbeginner und neue Ufer

Drei Jahre wohne ich jetzt in Köln. Drei Jahre ist es her, dass ich eine Entscheidung getroffen habe, die mein Leben wohl am meisten verändert hat. Vor drei Jahren bin ich in eine fremde Stadt gezogen, wurde mit hunderten fremden Menschen in einen Vorlesungssaal geworfen und habe es keinen Tag bereut. Das ist das, was mich auch jetzt mit 23 noch wundert: kein Heimweh, kein Bereuen, keinen Tag Zweifel. Nicht, dass das schlimm gewesen wäre. Ich hatte damals fast damit gerechnet, dass früher oder später eine Zeit kommt, in der ich doch lieber wieder in mein gewohntes Umfeld zurückkehren möchte, wenigstens für ein Weilchen. Aber dazu kam es nie.

Ich bin mit 20 Jahren von Zuhause ausgezogen – nicht besonders früh, nicht besonders spät: Eine gute Zeit um das Leben mal selbst in die Hand zu nehmen. Aufgewachsen in einer Kleinstadt, in der ich alles kannte und bereit für ein Abenteuer: die Großstadt. Schon in einigen Kolumnen und anderen Beiträgen habe ich dieses Thema angeschnitten und ich möchte es auch heute wieder tun. In einem Monat fängt das neue Semester an und ich weiß, dass an den deutschen Unis so viele Menschen hilflos rumirren werden, wie ich vor drei Jahren. Vor allem in den ersten Wochen steht ihnen das Fragezeichen fett ins Gesicht geschrieben. Ist das Studium was für mich? Vermisse ich mein Zuhause? Möchte ich überhaupt studieren? Schaffe ich das alles? Für mich war immer klar, dass ich weit weg möchte. Die Frage ob ich das alles schaffen würde, kam im Vorfeld nie auf. Ich hab’s einfach gemacht. Ziemlich naiv, oder einfach nur optimistisch?

Es gab Tage, an denen hätte ich lieber meine Mutter um die Ecke gehabt, damit sie mich trösten und in den Arm nehmen könnte. Sicherlich gab es auch welche, da hatte ich den Hass auf Köln und die Großstadt an sich. Aber ich habe gelernt damit umzugehen, auf eigenen Beinen zu stehen und durchzuziehen. Viele angehende Studenten stehen vor der Frage: Ausprobieren oder die Gedanken wegradieren? Und das ist, sind wir mal ehrlich, keine leichte Frage. Ich weiß noch genau, dass ich mich das damals auch gefragt habe. Mit der Zusage von der Kölner Uni wurden sowohl die Vorfreude, als auch die blanke Panik mitgeschickt. Ich hatte auch Zusagen von Unis aus der unmittelbaren Umgebung meiner Heimat. Ich hätte auch den Weg gehen können; es in manchen Situationen einfacher haben können und nicht ins kalte Wasser, sondern eher ins lauwarme springen müssen. Aber irgendwas in mir wollte mich selbst herausfordern und mir selbst die Chance, geben es auszuprobieren.

Genau drei Jahre später stehe ich wieder an dem Punkt. Ausprobieren? Oder meine Pläne wegradieren? Inzwischen ist Köln meine neue Heimat geworden. Ich werde zu Köln immer eine enge Bindung haben und mit einem Lächeln an meine Studentenzeit zurückdenken. Klar, ich könnte auch hier bleiben: Ich habe viele enge Freunde kennengelernt, eine schöne Wohnung in perfekter Lage und gute Aussichten auf einen Job oder die Selbstständigkeit. Aber irgendwas in mir sagt mir wieder: Ausprobieren!

Und genau das möchte ich euch heute mitgeben: Hört auf euer Bauchgefühl. Entscheidet euch für das Abenteuer, entscheidet euch für die innere Stimme, die gegen die Comfort Zone rebelliert und euch auf die Probe stellen will. Wir wachsen an unseren Aufgaben und solltet ihr es vergeigen dann denkt daran: Better an ‚oops‘ than a ‚what if“.

Vielleicht habt ihr ja auch selbst schon eine Lebensentscheidung getroffen, die alles verändert hat. Möchtet ihr etwas rückgängig machen oder denkt ihr, alles hat seinen Grund und passiert eben? Unter dem Motto „Ausprobieren oder wegradieren?“ könnt ihr bei der Aktion von Pilot* teilnehmen. Bis zum 15.10. könnt ihr ein Bild mit eurer Story hochladen und tolle Gewinn abstauben. Ging es euch ähnlich wie mir? Schreibt mir doch gerne auch hier von euren eigenen Erfahrungen, bin sehr gespannt.

*enthält Werbung von Pilot

 

5 Kommentare

  1. Alina
    September 13, 2017 / 4:41 pm

    Sehr schöner Beitrag 🙂 mir geht es auch so! Großstadt muss man mal ausprobieren 😉

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  2. September 14, 2017 / 10:57 am

    Ein echt schöner Text. Ich finde es auch wichtig auf sein Bauchgefühl zu hören – das weist einem meistens den richtigen Weg 🙂 Ich bin auf jeden Fall gespannt wo es dich als nächstes hinzieht. xxx

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    • maedchenhaft
      September 14, 2017 / 2:55 pm

      So sehe ich das auch <3
      Dankeeee dir 🙂

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